Folge 7: Deadname und queere Disco-Träume im 'Chez Romy Haag'

Shownotes

Die einzelnen Rubriken:

(00:01:12) Unboxing by Julia: Deadname (00:23:16) Anruf aus der Vergangenheit: Gluck (00:30:19) Community Teil (00:34:32) Unboxing by Kathleen: Chez Romy Haag (00:41:14) Kulturempfehlungen (00:48:50) Angstkatzenhäschen & Goldener Blumenstrauß

UNBOXING TRANS – Mehr Wissen, weniger Vorurteile. Jeden Monat eine neue Folge.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Ihr hört Unboxing Trans.

00:00:04: Ein Podcast, in dem wir in jeder Folge ein Thema auspacken, das für Trans-Menschen wichtig ist und über das Allies und Verbündete vielleicht noch wenig wissen.

00:00:15: Trans-Themen kommen derzeit fast nur als Antitrans-Themen vor.

00:00:18: Mit Unboxing Trans wollen wir das ändern.

00:00:21: Wie?

00:00:21: Indem wir von innen heraus erzählen.

00:00:24: Wir, das sind übrigens Katlin und ich bin die Julia.

00:00:28: Zwei Freundinnen, die eine Cis

00:00:29: und die andere Trans.

00:00:31: Und was besprechen wir so?

00:00:34: In zehn Folgen bringt jede von uns etwas mit, was die andere Person vorher nicht weiß.

00:00:39: Ich habe immer ein Thema dabei, das für Transmenschen wichtig ist.

00:00:42: Dieses Thema packen wir dann bis ins Detail aus.

00:00:44: Und du?

00:00:47: Ich bringe ein Objekt mit, das ich mit Transthemen verbinde und Kultur-Tipps.

00:00:51: Außerdem bekommen wir einen spannenden Anruf aus der Vergangenheit und lernen eine historische Persönlichkeit kennen.

00:00:57: Dann beantworten wir auch Fragen aus der Community und vergeben Preise.

00:01:00: Wir haben das Angstkatzenhäschen als Antipreis und einen goldenen Blumenstrauß für besonderes Engagement.

00:01:08: Hallo hat zurück mit Unboxing Trans.

00:01:12: Hi Julia, wie geht's dir?

00:01:14: Hallo Alfred, wie geht's dir?

00:01:17: Äh, warum Alfred?

00:01:21: Ja.

00:01:22: Ich habe gedacht, ich wollte dich heute mal ein bisschen provozieren.

00:01:25: Willst

00:01:25: du mich misnamen?

00:01:27: Oder wie heißt so was?

00:01:28: Misgendern heißt das.

00:01:29: Okay,

00:01:29: ich dachte misgendern wären nur gegeben, wenn man bewusst absichtlich mit falschen Pronomen handiert.

00:01:37: Ich dachte, wenn man einen falschen Namen nennt, gäbe es da vielleicht noch mal einen anderen Begriff für.

00:01:43: Deswegen kam mir gerade misnaming irgendwie, aber...

00:01:46: Das ist der sogenannte Deadname.

00:01:48: Und das ist auch unser heutige Unboxingbegriff.

00:01:52: Ah, krass, okay.

00:01:54: Wir gehen in die Vollen.

00:01:55: Ich sehe schon.

00:01:57: Ich wollte ganz kurz noch vorab, bevor wir in unseren Gesprächsteil starten, du bringst ja immer ein Thema mit.

00:02:04: Du hast es gerade schon vorweggenommen.

00:02:05: Wir sprechen über den Deadname oder das Deadnaming.

00:02:09: wie auch immer man das genau sagt, wirst du mich bestimmt gleich aufklären.

00:02:12: Eine Sache möchte ich an unsere Hörerinnen loswerden, nämlich eine klitzekleine Entschuldigung.

00:02:16: Ihr habt gemerkt, wir sind ein bisschen verzögert dran.

00:02:20: It's January after all.

00:02:22: Im Januar ticken die Uhren noch ein bisschen anders und das hat jetzt auch dazu geführt, dass unser Erscheinungstonos nicht auf den Punkt gekommen ist.

00:02:32: Wir hoffen, ihr seht uns das nach und wir freuen uns total, dass ihr ... in unserer ersten Folge von zwanzig sechsundzwanzig dabei seid.

00:02:40: Folge sieben von Unboxing.

00:02:42: Und los geht's.

00:02:44: Hallo Alfred.

00:02:46: Ja.

00:02:48: Was macht das mit dir, wenn man dich mit einem falschen Namen anspricht?

00:02:50: Naja, in

00:02:51: dem Fall hat es mich jetzt einfach ein bisschen, also es löst natürlich eine Irritation und Verwunderung aus.

00:02:57: Aber Alfred hat für mich jetzt überhaupt gar keine emotionalen Wert.

00:03:02: Also ich... Ich kenne niemanden, der Alfred heißt.

00:03:04: Wahrscheinlich hätte es mich stärker irritiert, wenn du so was wie den Namen meines Vaters oder jemanden aus meinem Umfeld genannt hättest, mit dem ich vertraut bin oder mit dem ich auch ein Problem habe.

00:03:14: Aber ja, Irritation.

00:03:17: Aber ich weiß natürlich, worauf du hinauswälzt.

00:03:20: Ja.

00:03:21: Wie wäre es denn, wenn ich das ständig wiederholen würde und du das immer wieder ... hörst.

00:03:27: Also mit einer einmaligen Sache ist ja ein Unterschied, als wenn du das...

00:03:32: Ja, ich würde das nicht als witzig empfinden.

00:03:33: Ich würde das als belästigend und definitiv als respektlos, aber auch ein bisschen als gewalttätig empfinden.

00:03:44: Übergriffig.

00:03:45: Übergriffig, ja, genau, ja.

00:03:48: Also das ist ja genau das Thema.

00:03:50: Also Dead Name ist unser heutiger Begriff.

00:03:53: Und wie du vorhin gesagt hattest, das ist ein... Also es zählt auch zum Misgendering.

00:03:59: Misgendering ist ja... Da geht, wenn du eine Person mit dem nicht passenden Geschlecht ansprichst.

00:04:10: Und das können sowohl die Pronomen sein, das können aber auch die Namen sein, die man schon lange abgelegt hat.

00:04:18: dieser längst abgelegte Name, das ist der sogenannte Date Name, das ist der Name, mit dem man nicht mehr in Verbindung gebracht werden möchte, aus Gründen, weil man eine Transition gemacht hat und so weiter.

00:04:28: Und die Situation, die wir jetzt gerade mit dir hatten, ich habe dich ein bisschen provoziert bewusst, das ist halt eine Situation, mit der Transperson sich immer, also sehr häufig auch konfrontiert sehen.

00:04:40: Erst recht dann, wenn das bisherige soziale Umfeld plötzlich dann sagt, ja, nee, Ich akzeptiere das aber nicht.

00:04:49: Ich spreche dich weiterhin so an.

00:04:50: Ich hab dich mit diesem Namen kennengelernt und da möchte ich auch beibleiben.

00:04:55: Oder da kommen dann solche Sprüche, wie du siehst aber nicht aus wie eine, zum Beispiel wie eine Kathleen oder wie eine Julia.

00:05:00: Du siehst gar nicht so aus wie eine Julia.

00:05:03: Oder also, da kommen dann sehr häufig Verletzungen, finden bei den Transpersonen statt.

00:05:12: Und das zeigt glaube ich ganz gut, wie ... diese Konfliktsituation da stattfindet.

00:05:19: Das kann ja in allen möglichen Orten, im Bereich der Familie oder auch im Job oder so passieren, unter Kolleginnen.

00:05:26: Wo es mir

00:05:26: auffällt, gerade weil ich jetzt auch verstärkt zu Transthemen recherchiere, dadurch, dass wir diesen Podcast zusammen machen, ist, wenn ich zum Beispiel Wikipedia-Einträge lese von Transpersonen, da ist ganz oft der Dead Name genannt.

00:05:39: Also es gibt eigentlich fast immer die Referenz zum... Kann man Ursprungsname sagen, ist das korrekt?

00:05:45: Bei Geburt zugewiesenen Vornamen, genau.

00:05:47: Okay.

00:05:48: Das ist mir aufgefallen in den letzten Monaten, dass das offenbar Usus ist, wenn es um so Lexikon-Sgeeinträge geht.

00:05:58: Das habe ich, wo du Wikipedia sagst, also ein Freund von mir, der hat da auch sehr stark gegen gekämpft, dass sein Detonem dort genannt wird und hat dann sich auch mit Wikipedia auseinandergesetzt.

00:06:10: Weil in der Wikipedia schreiben wir ganz viele unterschiedliche Personen und dann hat die Wikipedia das Problem aber letztendlich verstanden und haben dann den Deadname gelöscht und auch aus den Protokollen sozusagen, glaube ich, wurde das dann rausgenommen.

00:06:25: Also es ist halt schon ein ganz großes Thema für Transpersonen.

00:06:29: Und ich wollte nochmal das Beispiel aufmachen, wie übergriffig das ist.

00:06:33: Also stell dir vor, du gehst irgendwie in eine Kneipe oder so.

00:06:36: Dann triffst du dort eine Person, die stellt sich dir vor und sagt, ich heiße Jürgen oder Sebastian.

00:06:43: Das ist egal.

00:06:45: Und dann sagst du, okay, aber ich nenn dich anders.

00:06:48: Und das zeigt ja, wie übergriffig das ist, wenn man die selbst bestimmt.

00:06:55: Hier sind wir wieder beim Begriff Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.

00:07:00: Diese Selbstbestimmter Ausdruck.

00:07:03: Vielleicht heißt diese Person gar nicht Jürgen oder Sebastian.

00:07:05: Vielleicht hat sie einen ganz anderen Namen, aber die Person hat sich so vorgestellt.

00:07:09: Und dann habe ich doch nicht das Recht, diese Person zu sagen, nee, du siehst aber für mich aus wie ein Johannes oder so.

00:07:15: Und dann nenne ich dich halt jetzt bei einem anderen Namen.

00:07:17: Also das zeigt ja, glaube ich, so ein bisschen, was das für eine Übergriffigkeit ist.

00:07:20: Und normalerweise respektieren wir in der Regel so die Aussage unseres Gegenübers.

00:07:25: Und wenn sich eine Person uns vorstellt, warum sollte das bei Transpersonen anders sein?

00:07:30: Und das ist so der Knackpunkt.

00:07:33: Das Signal, was hier gesendet wird, ist, ich bestimme, wie du heißt und nicht deine Aussage ist mir wichtig.

00:07:41: Und das zeigt ja so ein Signal, ich akzeptiere dich nicht, ich akzeptiere deinen neuen Namen nicht, deine Identität nicht.

00:07:50: Und ich glaube, das ist ein typisches Beispiel von so Fremdbestimmung versus Selbstbestimmung.

00:07:55: Was

00:07:56: kann ich denn... wenn so was passieren würde?

00:07:59: und wir beide gehen zusammen eine Kneipe.

00:08:01: Wenn ich so eine Situation als Zeuge in Beobachte ist es schlau, dass ich dann für dich in dem Falle intervenieren würde?

00:08:10: oder es ist erst mal richtiger dir den Vortritt zu lassen und auch ganz klar zu sagen, dass das eine Grenze überschreitet und respektlos ist, bevor ich dann irgendwas dazu sage.

00:08:22: Also wie kann ich als guter Ally eine Person unterstützen, der sowas wieder fährt in meiner Gegenwart.

00:08:29: Also finde ich einen sehr guten Punkt.

00:08:31: Ich glaube, das hängt immer von der jeweiligen Person ab.

00:08:34: Also ich glaube, die eine Person ist sehr, also eine Transperson ist sehr gut darin, sich für sich selbst irgendwie einzustehen und sich das auch und andere sind da vielleicht eher schüchterner oder zurückhaltender oder haben vielleicht viele traumatische Erlebnisse.

00:08:49: durchlebt, sodass sie vielleicht sogar darauf angewiesen, dass andere ihn da zur Seite springen.

00:08:57: Ich glaube, was auf jeden Fall ganz wichtig ist, ist halt irgendwie so ein Signal, dass man sich da irgendwie solidarisiert und zeigt, hör mal, du bist nicht alleine.

00:09:08: Das vielleicht am besten fragt.

00:09:11: Bei mir fände ich es gut, wenn du mich fragen würdest, Julia, wie geht's dir damit?

00:09:15: Brauchst du Unterstützung oder kriegst du das alleine nach dem Motto?

00:09:18: Ich glaube, so was wäre ein sehr gutes Signal, dass ich das Gefühl habe, da ist jemand, ich stehe mit dieser Situation nicht alleine, da ist im Notfall jemand da, eine Person, die mir quasi den Rücken stärkt und mich dabei unterstützt.

00:09:34: Das wäre auf jeden Fall ein sehr hilfreiches Mittel.

00:09:39: Ich wollte noch ein paar wissenschaftliche Aspekte mit einbringen, die wir beim Thema Misgender oder Dead Naming auch haben.

00:09:47: Das sind nämlich jetzt nicht unbedingt Kleinigkeiten.

00:09:50: Also das Dead Naming, also es wurde wissenschaftlich schon mehrfach irgendwie erforscht und so.

00:09:55: Und da gibt es eine ganz tolle Studienübersicht von Margaret Goeth, die ... die dazu mal eine Publikation oder eine Studie in Übersicht publiziert hat.

00:10:06: Und hier hat das ganz schön in so einem Dokument zusammengefasst.

00:10:12: Also das Miss-Gendern und das Datenaming, das kann massive psychische Belastungen auslösen, den Stress erhöhen, Gefühle von Ablehnung und Unsichtbarkeit verstärken.

00:10:25: Das sind alles Effekte, die wissenschaftlich belegt sind und besonders transinternechbinäre Personen in solchen, ja, in Alltagssituationen immer wieder betreffen.

00:10:34: Und da gibt es drei negative Folgen, die da beschrieben werden von Miss-Gendern, die sich auf drei Ebenen konzentrieren.

00:10:44: Das eine sind so psychische Verletzungen, das andere sind dann so moralische Schäden, moralische Vorstellungen und aber auch... gesellschaftspolitische Nachteile so.

00:10:56: Und je häufiger Menschen einen Mistständern erlebt haben, desto öfter wurde psychischer Stress berichtet.

00:11:05: Es konnte da einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Mistständern herausgefunden werden, dass da das Person vermehrt mit Depressionen, mit Stress und Bezug auf ihre eigenen Schlechtsidentität mit Stigmatisierung zu kämpfen haben.

00:11:23: Das ist total spannend, weil es gerade Anfang Januar, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, eigentlich fast identische Erkenntnisse zur... Benachteiligung oder Diskriminierung aufgrund von Sexismus.

00:11:40: Es waren

00:11:41: ganz ähnliche Effekte.

00:11:43: Das habe ich bei der BBC gelesen.

00:11:44: Ich bin mir aber sicher, dass es da auch deutschsprachige Berichterstattung zu gab.

00:11:48: Das suche ich noch mal raus.

00:11:49: Das können wir sowohl, worauf du dich gerade beziehst, diese Übersicht der Publikationen mit diesen Erkenntnissen als auch das, was ich jetzt erinnere.

00:11:57: Das können wir auf jeden Fall auch mit in unserem Steady Newsletter verlinken, da teilen wir immer weiterführende Informationen für unsere interessierten Hörerinnen.

00:12:06: Sehr gerne.

00:12:06: Also diese Studie würde ich auf jeden Fall da verlinken und diese Verbindung zu Sexismus, also dass da Parallelen gibt, finde ich auch sehr spannend.

00:12:15: Also das war wirklich gerade, als du es vorgelesen hast, war ich so, ah... könnten sogar wirklich identische Konsequenzen sein.

00:12:21: Ich habe es jetzt natürlich nur aus meiner Erinnerung, ich habe mich da jetzt nicht darauf vorbereitet, deswegen liegt mir das gerade auch nicht vor, aber es war sehr nah dran zumindest.

00:12:30: Die Studienübersicht hat auch sich angeschaut, was denn für positive Auswirkungen es hat, wenn man das, wenn kein Miss-Gender stattfindet.

00:12:42: Und da wurde zum Beispiel gefragt, wie diese Verwendung des selbstgewählten Namens, zum Beispiel in den vier Lebensbereichen, Familie, Schule, Arbeit und Freundeskreis, welche Auswirkungen das hat.

00:12:54: Und die Ergebnisse haben gezeigt, dass so depressive Symptome, Suizidgedanken oder suizidale Handlungen sehr deutlich abgenommen haben, wenn der gewählte Name in einem zusätzlichen Lebensbereich verwendet wurde.

00:13:07: Naja, weil das ja auch bedeutet... Du wirst akzeptiert oder du fühlst dich akzeptiert.

00:13:11: Natürlich trägt das auch zu einem gesunden Selbstemfenden bei, ist ja klar.

00:13:17: Genau, das, was du gesagt hast, ist auch... Also da geht es halt um den gegenseitigen Respekt und die Ansprache mit den gewünschten Vornamen und Pronomen ist halt wirklich die Grundlage für so einen wertschätzenden Umgang mit anderen Menschen.

00:13:32: Und es wird... immer wieder empfohlen, mit einer schlechtes Neutralensprache auf Menschen zuzugehen, wenn man sich nicht sicher ist, dass man nach dem Pronomen fragt und so weiter, aber dazu komme ich später noch mal, was für Empfehlungen es da gibt.

00:13:47: Wichtig ist auf jeden Fall, dass man wertschätzend und respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht.

00:13:53: Dann haben wir das mit den Miss-Gendern und so, das ist ja auch gesetzlich geregelt, seit es das Selbstbestimmungsgesetz jetzt gibt, da gibt es das sogenannte Offenbarungsverbot.

00:14:03: Und in der medialen Diskussion wurde oder von Leuten, die das kritisiert haben, wurde das medial immer so aufgebauscht, dass jetzt jedes Mal, wenn du einen falschen Namen benutzt, dass du dann irgendwie Zehntausend Euro Strafe zahlen musst und so weiter.

00:14:17: Und deshalb wollte ich dir auf dieses gesetzliche nochmal kurz eingehen.

00:14:22: Mit dem Selbstbestimmungsgesetz, das ist ja am ersten November, vierundzwanzigend Kraft getreten.

00:14:27: damit es automatisch auch dieses gesetzliche Offenbarungsverbot in Kraft getreten.

00:14:31: Das heißt, es ist verboten, frühere amtliche Angaben über den Geschlechtsantrag oder Vornamen und zwar ohne Zustimmung weiterzugeben.

00:14:41: Also genau das, was beim Dead-Naming oder bei so einem unfreiwilligen Outing irgendwie passieren könnte.

00:14:47: Aber dieses Gesetz schützt jetzt nicht per se generell vor jedem Miss-Gendern.

00:14:52: Also im Juristischen kommt es mehr darauf an, ob jemand Zum Beispiel aus offiziellen Registern oder irgendwelchen amtlichen Dokumenten gegen den Willen der Person, die Daten weitergibt.

00:15:05: Ein einfaches Versehen in der Ansprache mit den falschen Pronomen zum Beispiel ist rechtlich jetzt nicht automatisch irgendwie... ein Tatbestand für ein Bußgeld oder so was Ähnliches.

00:15:16: Das ist halt das, was in den Medien sehr oft diskutiert wurde.

00:15:18: Und das muss man, glaube ich, sehr deutlich differenzieren.

00:15:22: Allerdings, wenn jemand absichtlich und fortwährend immer wieder mit den falschen Namen und Pronomen anspricht und der bewusst damit schädigen möchte, dann ist das auf jeden Fall ein Tatbestand, wo auch ein Bußgeld fällig sein könnte.

00:15:37: Ich habe eine Frage.

00:15:39: Also ich habe mich damit auch nicht weiter beschäftigt.

00:15:42: Ich kann jetzt nur dieses Stichwort reingeben, aber es spugte vor ein paar Monaten, und ich weiß nicht, was der aktuelle Stand dazu ist, das Thema Namensregister im Raum.

00:15:53: Und das ist doch, also das hat doch damit letztlich auch relativ viel zu tun, oder?

00:15:57: Kannst du da vielleicht ein bisschen was zu erzählen?

00:15:59: Ich finde, ich habe überlegt, ob ich das heute in die Folge mit reinnehmen soll.

00:16:05: Es ist ein ganz großes Thema, aber ich kann versucht das ganz kurz mal anzureißen.

00:16:10: Es ist nämlich, wie du sagst, also es ist kein eigenes Register, sondern das behässärige Melderegister, was aktuell, wenn du zum Einwohnermelderabend gehst und dich ummeldest und so, jeder Mensch hat ja ein Melderegister.

00:16:27: ein Personenstandsregister, wo bestimmte Daten eingetragen werden.

00:16:30: Und hier plant das Bundesinnenministerium gerade, dass der frühere Vorname und der frühere Geschlechzeintrag dauerhaft in diesem Register gespeichert werden.

00:16:40: Es gibt kein zusätzliches Register, sondern dieses Register soll einfach mit weiteren Daten befüllt werden.

00:16:45: Und das ist natürlich, also da haben ganz, ganz viele aus der Transcommunity riesengroße Angst vor, weil bei jedem Behördengang, egal ob du zur Führerscheinstelle gehst oder wo überall, kriegt dann die Personen auf der Behörde angezeigt, diese Person, die vor mir sitzt, hat früher mal einen anderen Geschlechtsentrag gehabt.

00:17:05: Und das ist dieses dauerhafte ewige Zwangsouting der früherer Vorname, das ewige Deadnaming und das ist eine ganz, ganz große Angst, die da herrscht.

00:17:15: Und natürlich, also technisch ist es ja jederzeit auch wahrscheinlich irgendwie möglich, sich daraus ein eigenes Register zu ziehen, dass man sagt, bitte, man gibt da so ein Filter ein, bitte zeigt mir alle Personen, die mal einen anderen Geschlechtseintrag oder einen anderen Vornamen hatten und so.

00:17:30: Mehr

00:17:30: hochgradig gefährlich, ne?

00:17:31: Und das ist natürlich eine ganz große Angst, wenn wir hier eine rechtsextreme Regierung in Deutschland bekommen könnten, dass solche Daten dann missbraucht werden.

00:17:39: Und da gibt es zu Recht ganz große Kritik an diesen Plänen des Bundesinnenministeriums und Da fühlen sich viele an ganz dunkle Zeiten von Deutschland.

00:17:50: Das ist ein Thema, was gerade heißt diskutiert wird.

00:17:53: Und ich auch selber schon im Bundesinnenministerium für Gespräche und habe dort auch die Problematik oder die Gesamtsituation von der Transkommunität dargestellt.

00:18:01: Wie sich das, warum diese große Angst da ist und so weiter.

00:18:06: Und auch gut, dass du das ansprichst.

00:18:08: Das ist eine sehr... bedrohliche Situationen gerade, die sehr viel Ängste in der Community auslöst.

00:18:18: Und da ist dieses Dead-Naming-Spielte auch eine Rolle, da hast du recht.

00:18:21: Ja, das öffnet einfach total den Raum.

00:18:23: Du hast es ja gerade gesagt für politischen Missbrauch, aber auch einfach für Diskriminierung per See.

00:18:29: Genau.

00:18:30: Also ich

00:18:30: verstehe das total.

00:18:31: gleichzeitig, wenn ich jetzt einfach mal rein pragmatisch draufschaue, ohne mich da jetzt emotional zu involvieren.

00:18:39: würde ich meinen Nachnamen durch eine Heirat ändern, würde in irgendeinem Dokument trotzdem noch stehen, geborene und dann mein, wie es heißt, Mädchenname.

00:18:48: Also diese Information geht ja auch nie verschwunden.

00:18:51: Ja, also ich sehe total das Problem aus der Community-Perspektive.

00:18:57: Es gibt natürlich Transpersonen, für die ist das völlig in Ordnung, wenn sie mit ihrem frühen Namen da konfrontiert werden.

00:19:05: Die Gena haben dann für total offenen Umgang mit.

00:19:08: insbesondere wenn es im Familienkreis ist und so weiter.

00:19:11: Aber jetzt stell dir mal vor, du bist eine Transperson, hast eine Partnerschaft und möchtest den Datename überhaupt nicht verwenden.

00:19:20: Und dann gehst du halt zu deinem alten Familienkreis, Freundeskreis und so weiter.

00:19:25: Und die sprechen dich dort immer wieder mit dem alten Namen an.

00:19:29: Und deine Partner in den Personen weiß aber gar nicht, wie der frühere Name war.

00:19:35: Und das ist eine ständig... Ständige Wiederholung und das sind Situationen, die man sich oft gar nicht vorstellen kann.

00:19:44: Kann

00:19:44: man auch nicht.

00:19:45: In dem Fall würde ich aber auch sagen, das hat jetzt mit dem Namensregister in dem Fall wieder gar nicht direkt was zu tun, sondern dann wieder mit einer Grundhaltung zum Thema.

00:19:55: Akzeptanz, Wertschätzung, respektvoller Umgang.

00:19:58: Ja, genau.

00:19:59: Und zum Abschluss habe ich noch ein bisschen ein paar Handlungstipps mir notiert, was dann, also wie man am besten mit Transpersonen und Oman Deadnaming zu vermeiden, wie man damit umgehen kann und so weiter.

00:20:12: Ich glaube, als erster Schritt ist es wichtig, wenn man jetzt auf andere Leute zugeht, vielleicht mal halt den eigenen Namen und die Pronomen auch irgendwie dazu sagen.

00:20:21: Also wenn ich jetzt zum Beispiel in den Online-Runden irgendwo unterwegs bin, in den Meetings, da haben die meisten Leute immer in den Klammern ihre Pronomen drin stehen oder eine E-Mail-Signatur, dass man Wenn man sich bei der Person beim Gegenüber nicht sicher ist, dass man nach den Pronomen fragt, hallo, ich heiße Julia, wie heißt du?

00:20:43: Mit welchen Pronomen darf ich dich ansprechen oder so?

00:20:46: Oder auch, dass man eine geschlechtsneutrale Ansprache in Formularen, in Webseiten oder so, dass man das neutralisiert.

00:20:54: Und damit sendet man schon deutliche Signale hier.

00:20:56: Wir sind dafür sensibilisiert, wir achten da drauf.

00:21:00: Bei uns musst du nicht befürchten, dass du irgendwie misgenderd wirst oder Angst um deinen Deadname oder so zu haben.

00:21:06: Und ich glaube, das sind so drei Kernpunkte, auf die man achten könnte.

00:21:12: Das soweit als Handlungsempfehlung, was man als Einzelperson so konkret tun kann.

00:21:17: Wenn man vielleicht einen Fehler macht, kann man höflich und respektvoll eine Korrektur.

00:21:23: Also ich bin ja auch jetzt nicht so, dass ich dann jede Menschen irgendwie sofort mit dem Holz hammer auf dem Schädel donnere, sondern Man merkt ja die Motivation eines Gegenübers, ob die jetzt nicht akzeptieren will und bewusstlich irgendwie schädigen möchte.

00:21:39: Oder ob da sofort ist, oh, Entschuldigung, ich habe die falschen Pronomen verwendet vielleicht.

00:21:44: Ich will das gerne korrigieren oder so.

00:21:45: Also man merkt ja, was für eine Motivation dahinter steckt.

00:21:49: Und wenn man so eine Umgebung schafft, in der alle Menschen sich wohl fühlen, dann ist auch das Miteinander insgesamt immer.

00:21:55: besser, es gibt so ein bisschen Empathie.

00:21:58: Ich habe in meiner persönlichen E-Mail-Signatur immer so ein Satz drin stehen, den habe ich mir gerade extra noch rausgeschrieben.

00:22:05: Die Geschlechtsidentität einer Person lässt sich weder durch den Namen noch durch das äußere Erscheinungsbild objektiv feststellen, wo wir bei der Fremdbestimmung wieder sind.

00:22:14: Für eine diskriminierungsfreie Anrede empfiehlt es sich daher auf Pronomen und Herr, Frau zu verzichten und stattdessen Vornachnahme zu verwenden.

00:22:22: Und das habe ich in jeder E-Mail-Signatur.

00:22:25: Es ist für jeden Menschen lesbar und schafft auch so ein bisschen für Sensibilisierung.

00:22:33: Und ja, ich denke, damit ist, mit so einem Satz ist irgendwie alles gesagt und damit hat man auch so eine halbwegs vertrauensvolle Umgebung dann geschaffen.

00:22:43: Ja, super.

00:22:44: Ja, also es ist halt nicht einfach nur Sprache, es geht um den Ausdruck von Respekt, um menschliche Anerkennung, Empathie, Wertschätzung und so.

00:22:54: Das sind so die zentralen Begriffe, die wir uns, glaube ich, im menschlichen Miteinander dahinter die Ohren schreiben sollten.

00:23:00: Und zwar groß, ganz groß.

00:23:02: Sehr groß, mit Adding.

00:23:04: Mit

00:23:04: Permanentum Adding.

00:23:07: Genau.

00:23:09: Okay, ja super.

00:23:10: Spannendes Thema.

00:23:11: Cool, dass wir darüber gesprochen haben.

00:23:14: Sehr gerne.

00:23:22: Hallo, ich bin Jasmin Lörchner.

00:23:24: Ich bin Journalistin und hoste seit den Podcast Her Story, in dem ich über Frauen und Queers der Geschichte berichte.

00:23:31: Gerade ist auch mein Kinderbuch Königinnen erschienen, darin stelle ich fünfzig historische Herrscherinnen aus aller Welt vor.

00:23:37: Aber heute will ich euch von Glück erzählen.

00:23:39: Gluck war wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die früh gegen Rollenbilder rebellierte, und darauf bestand, weder mit Miss noch mit Mister angesprochen zu werden, sondern einfach nur als Gluck.

00:23:49: Geboren wurde Gluck am threizenten August, eighteenhundertfünfundneunzig in London, in die reiche jüdische Familie Gluckstein.

00:23:55: Da merkte er also, woher die Inspiration für den Namen kommt.

00:23:59: Gluck bekam bei der Geburt ein Mädchennamen und wurde als Mädchen erzogen.

00:24:03: Zeigte auch Frühtalent fürs Zeichnen, aber Kunst galt in der britischen High Society eher als Hobby.

00:24:09: Gluck sollte verheiratet werden und dann einem Mann den Haushalt führen, aber das war nicht nach Glucks Geschmack.

00:24:16: Die Eltern erlaubten dann schließlich den Besuch einer Mahlschule nah am Wohnort.

00:24:21: Aber Gluck fühlte sich kontrolliert und lief kurzerhand mit Freundin Craig davon.

00:24:26: Jetzt gab es einen Kurzharschnitt, Männerkleidung und eben den Namen Gluck.

00:24:30: Die beiden zogen in eine KünstlerInnenkolonie in der Grafschaft Cornwall.

00:24:34: Dort lebte Gluck frei, fand zur Kunst und entwickelte eine eigene Bildsprache.

00:24:39: Und dann gab es schon, die erste große Ausstellung, und zwei Jahre später eine weitere in einer der nobelsten Galerien von London.

00:24:47: Und das alles autodidaktisch, ganz ohne Kunstakademie.

00:24:51: Die Familie zeigte allerdings wenig Verständnis für Gluck's Leben.

00:24:54: Emotional entzweite man sich, aber Gluck behielt Zugang zum Familienfonds.

00:24:59: Den finanziellen Bruch zur Familie wagte Gluck tatsächlich nie.

00:25:03: Gluck liebte Frauen, und das war in der steifen britischen High Society der Neunzehnern dreißiger wirklich alles andere als selbstverständlich.

00:25:10: Nach Craig kamen Beziehungen mit der Autorin Sebel Cooxton und der Floristin Constance Sprigh.

00:25:15: Und die Partnerin beeinflussten Gluckskunst.

00:25:18: Als Motive findet man am Anfang vor allem Küstenlandschaften, dann auch Porträts und in der Zeit mit Constance Bright zahlreiche Blumenstellleben.

00:25:27: Und dazu kam Gluckserfindung des eigenen Bilderrahmens.

00:25:29: Das war ein dreistöfiger Rahmen, der sich wie Architektur aus der Wand erhob, damit das Bild Teil des Raums wurde.

00:25:35: Gluck ließ sich das sogar patentieren.

00:25:37: Mitte der Dreißiger verliebte sich Gluck in die Dramatikerin Nesta Obermar.

00:25:41: Sie war verheiratet, den Ehemann störte diese Beziehung aber offenbar nicht, und Gluck verewigte die Beziehung im Doppelporträt Medaillen.

00:25:49: Es zeigt beide im Profil und ich finde, es drückt ihre Verbundenheit zueinander wirklich sehr eindrucksvoll aus.

00:25:55: Die Beziehung hielt bis nineteenhörtvierzig.

00:25:57: Danach stürzte Gluck in eine fast dreißigjährige Schaffenskrise, es folgte eine Beziehung mit der Journalistin Edith Shackleton hielt, Gluck stritt sich jahrelang mit Farbenherstellern über die Qualität von Ölfarben.

00:26:09: Dieser Konflikt ist sogar als Glucks Paintwall bekannt und führte tatsächlich zu neun Standards

00:26:15: für Ölfarben.

00:26:18: In der letzten Ausstellung kehrte Gluck mit einer großen Retrospective zurück.

00:26:22: Und die wurde ein voller Erfolg.

00:26:24: Aber danach verschlechterte sich Glucks gesundheites Zustand und Gluck starb am zehnten Januar in den letzten Jahren.

00:26:32: Ich finde, wir sollten uns an Glück erinnern, weil Glück kompromisslos gelebt hat, sich weder von Familien noch Gesellschaft verbiegen oder reinreden ließ und weil Glück kunstgeschaffen hat, die queere Identität nicht nur sichtbar macht, sondern auch unapologetisch und stolz zeigt.

00:26:48: Und?

00:26:49: Ja, das war ja mal total, das war ja ganz anders als unsere bisherigen Anrufe aus der Vergangenheit.

00:26:54: Mega spannend.

00:26:56: Mich hat es jetzt wirklich auch super überrascht, weil ich von Glück noch nie gehört habe.

00:27:01: Also, ich bin jetzt nicht die Oberkunstfrau, aber ich habe ja schon ein ziemliches Fable für Kunst- und Kulturthemen und bin da auch immer sehr inspiriert von, ja, sagen wir mal, den kulturellen Outputs, queerer Identitäten.

00:27:17: Also, das hat mein Leben immer schon total bereichert.

00:27:20: Und von Glück habe ich echt noch nie gehört, bin gerade mega neugierig, mir die Arbeiten von

00:27:28: Glück

00:27:28: anzuschauen, was es auch zu diesen Ausstellungen vielleicht, was es dazu zu lesen gibt oder ob Glück aus der Kunstgeschichte komplett rausgeschrieben wurde.

00:27:37: Also da bin ich auf jeden Fall gespannt, nochmal so ein bisschen tiefer einzusteigen zu recherchieren.

00:27:43: Also total super, toller Beitrag.

00:27:45: Vielen, vielen Dank.

00:27:46: Ich habe mir schon gedacht, dass ihr das sehr gut gefällt.

00:27:49: Ich habe Yasmin gefunden, oder die Person Gluck wurde mir empfohlen und daraufhin habe ich ein bisschen recherchiert und habe Yasmin gefunden.

00:27:56: Yasmin hat einen wundervollen feministischen Podcast und hat über Gluck mal eine ausführliche Geschichte gemacht.

00:28:04: Und dann habe ich Yasmin angeschrieben und sie lebt nicht in Deutschland in, ich glaube, Washington, bin ich jetzt gerade nicht sicher, habe sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, uns hier unseren Podcast zu bereichern und sie hat sofort ja gesagt und ich freue mich riesig, dass sie dabei ist.

00:28:21: Ja, das Buch, was Sie anfangs erwähnt mit den Herrscherinnen, das will ich natürlich auch sofort haben.

00:28:27: Jasmin, mein Follow in deinem Podcast ist dir sicher, ich habe mir auf jeden Fall mindestens die Folge zu Glück an.

00:28:33: Ähm, jetzt wollte ich zu Glück noch sagen, also was mich hier, also eigentlich ist das keine Überraschung.

00:28:41: Also in allen Biografien, die wir bisher hatten, war immer so, es ist wenig Verständnis in der Familie vorhanden.

00:28:49: Das zieht sich so durch alle Geschichten, die wir bisher hatten.

00:28:53: Es ist immer so eine Rebellion gegen die Normen und diese starke Wunsch nach Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung, selbst leben zu können, ohne sich jetzt dem Druck der Gesellschaft irgendwie unterwerfen zu müssen.

00:29:10: drückt Gluck ganz gut mit auch mit seiner Kunst aus.

00:29:15: Jetzt habe ich selber misgendert.

00:29:16: Passiert den besten, so ist es.

00:29:18: Ich fühle mich dabei schlecht.

00:29:21: Also ich bin auch nicht perfekt und auch mir rutscht das manchmal raus und dafür entschuldige ich mich auch.

00:29:26: Aber was ich sagen wollte, die Person Gluck hat diese... Form in Kunst ausdrücken können und das finde ich selber wundernswert und es ist auch noch gar nicht so lange her.

00:29:40: Das war jetzt, müssen wir mal gerade nachschauen.

00:29:43: Achtzehnfünfeinneinzig bis siebzehntneinzehntneinzehntneinzig ist Gluck dann letztendlich gestorben.

00:29:48: Ich habe mir, du hattest vorher das Thema in Wikipedia Deadnaming und so und in Wikipedia ist halt auch noch der Deadname von Gluck zu finden.

00:29:59: Da bestätigt sich das, was du vorhin gesagt hast.

00:30:01: nochmal.

00:30:02: Aber eine sehr spannende Geschichte und auf jeden Fall lesenswert.

00:30:07: Cool.

00:30:07: Vielen, vielen Dank.

00:30:08: Noch mal Anja Smin für den super Beitrag.

00:30:11: Da hat man auch richtig gespürt, wie so ihre Begeisterung für diese Person und das Thema durchscheint.

00:30:18: Ganz toll.

00:30:19: Ja.

00:30:23: Okay, was ist aus der Community gekommen?

00:30:25: Hast du da was mitgebracht?

00:30:27: Das war eine sehr spannende Frage.

00:30:29: Ich habe eine E-Mail von Tanja bekommen.

00:30:33: Und zwar ... Die Frage lautet, mich würde interessieren, wie in Deutschland in einem medizinischen Notfall mit transgeschlechtlichen Patientinnen umgegangen wird.

00:30:44: Wenn die zum Beispiel bewusstlos sind, insbesondere dann, wenn Geschlechzeintragnahme oder medizinisch relevante Informationen wie zum Beispiel eine Hormoneinnahme oder vorhandene Organe nicht eindeutig aus dem Ausweis hervorgehen, wie Guts- und Rettungsdienst- und Kliniken darauf vorbereitet und wo liegen die aktuell größten Probleme?

00:31:04: Da hab ich gedacht, da hat sich jemand richtig Gedanken gemacht.

00:31:07: Und das ist so eine Frage, die berührt ja irgendwie alles, so Medizin, recht, die ganzen bürokratischen Hürden, Ausbildung, medizinische Ausbildung und so weiter.

00:31:20: Und ich musste mir sehr viel Gedanken darüber machen, was ich da darauf antworten könnte.

00:31:28: Aber ich glaube ... Also mir ist nicht bekannt, dass es dafür irgendwie ein Leitfaden gibt, eine Handlungsempfehlung oder ähnliches.

00:31:36: Aber ich glaube, dass in ganz akuten Notfällen, dass man sich ausschließlich auf die Lebensrettungsmaßnahmen konzentriert, dass der Geschlechzeintrag und so weiter gar keine Rolle spielen, sondern erst mal so die, wie nennt man die Vitalenwerte, erst mal geprüft werden und so weiter und das dann nach so einem... der klinischen Zustand irgendwie gehandelt wird und das Geschlechtsantrag und so weiter, da gar keine Rolle spielen.

00:32:02: Ich glaube, schwierig wird es dann, wenn die Person noch so halbwegs irgendwie bei Bewusstsein ist und um die Person anzusprechen, dann klopft den ja dann auf die Wangen und hallo, wie geht es ihnen, wie ist ihr Name?

00:32:14: und so, wenn die Person darauf nicht reagiert und man schaut in dem Ausweis und das dann so eine Art von Miss January stattfinden kann.

00:32:21: Ich glaube, das könnte eine Herausforderung sein.

00:32:24: Ich glaube aber auch, dass gerade im Medizinbereich sehr viele Menschen mittlerweile gut ausgebildet sind, auch sensibilisiert sind, auch für verschiedene Diversität-Dimensionen und dass man da auch einen sehr sensiblen Umgang mitfindet, dass diese Sensibilisierung zunimmt.

00:32:43: Ansonsten, ich glaube ... Ich weiß nicht, ob es da, also mir ist nicht bekannt, ob es da irgendwelche Handlungsempfehlungen oder Ähnliches gibt.

00:32:53: Ja, mir erst recht nicht.

00:32:54: Das einzige, was mir einfiel, war, dass wir in der früheren Folge mal, also da hattest du auch auf eine Communityfrage hin.

00:33:02: Von einem Leitfaden, es gibt ein Leitfaden zum Thema Pflege, also da immerhin existiert ja auch Material, vielleicht könnte man da nochmal reinschauen und gucken, ob es da vielleicht auch ein Kapitel zu akuten Notfällen gibt oder weiterführende Informationen.

00:33:16: Ja.

00:33:18: Aber ich habe dadurch, durch diese Frage, habe ich eine Idee oder einen Impuls bekommen.

00:33:23: Es gibt von der Deutschen Gesellschaft für Trans- und Intergeschlechtlichkeit einen sogenannten Ergänzungsausweis.

00:33:28: Zum Beispiel, wenn man noch nicht offiziell die Namensänderung hat, der dann herangezogen wird, um die Person mit dem selbst gewählten Namen irgendwie auszuweisen.

00:33:39: Und mein Gedanke war jetzt, ob es nicht sinnvoll wäre, einen sogenannten Trans oder einen Intin.

00:33:45: Notfallausweis bei sich zu tragen, der dann vielleicht darauf aufmerksam machen kann.

00:33:51: Weil gerade die Frage nach, ist die Person vielleicht in einer Hormontherapie?

00:33:56: Auf was muss ich da jetzt gesondert achten?

00:33:58: Ich glaube, dass das schon eine Relevanz hat.

00:34:00: Und da kann ich mir gut vorstellen, dass es sinnvoll wäre, so eine Art Transnotfallausweis irgendwie zu besitzen.

00:34:08: Das wäre vielleicht mal eine Idee.

00:34:11: Ich würde das gerne selbst machen, so ein Projekt starten, aber da weiß ich, dass mir die Kapazitäten fehlen.

00:34:17: Aber vielleicht gibt es hier jemanden, eine Person, die zuhört und Lust hat, so ein Projekt zu initiieren.

00:34:24: Super,

00:34:25: ihr wisst, wo ihr euch melden könnt.

00:34:26: Genau.

00:34:33: Gut, dann sind wir beim nächsten Punkt und zwar ...

00:34:37: Beim Objekt.

00:34:38: Richtig.

00:34:39: Du kriegst erst mal eine E-Mail von mir.

00:34:41: Moment, ich brauche einen Augenblick.

00:34:43: Just a second.

00:34:46: Denk Daumen und Abflug.

00:34:49: Eine E-Mail wurde abgerufen.

00:34:51: Folge sieben, Objekt.

00:34:53: Und ich sehe ... Ich glaub's nicht.

00:34:58: Da klingelt offenbar was bei dir.

00:35:00: Wie

00:35:00: geil ist das denn?

00:35:04: Jetzt bin ich aber mal gespannt.

00:35:05: Ich erkläre dir nachher warum.

00:35:06: Sorry, dass ich gerade so ausflippe.

00:35:08: Okay, ich beschreibe, was ich sehe.

00:35:11: Und zwar ... Sheromir Haag ist ein Flyer.

00:35:16: Also

00:35:16: ich hätte es jetzt Poster genannt, vielleicht ist es ein Flyer, ja.

00:35:19: Da ist eine Person abgebildet, die, ich sag mal, kräftig ist.

00:35:25: Ich würde es als Oberkörper frei, ich würde es mal als männliche Brust beschreiben, mit Beharrung und aber mit, ich sag mal, ein wenig... Aufreizender Kleidung und einem, was ist das so, ein Dirigentinnenstock oder so?

00:35:47: Wie heißt der?

00:35:48: Oder so ein Gestock.

00:35:49: Und das sieht so ein bisschen aus nach... Also ich kenne das.

00:35:55: Ich weiß, was das ausdrücken soll.

00:35:59: Shero Mihag Berlin.

00:36:03: Also genau, was ich sehe ist nackter Oberkörper.

00:36:08: ein Mensch, der einen Zylinder trägt, aber auch sehr geschminkt wird.

00:36:13: Stark geschminkt, genau.

00:36:14: Männlich wirkt man das Gesicht.

00:36:16: Und der Oberkörper ist ja auch eher männlich.

00:36:18: Und dann geht es nach unten mit so Netzstrumpfen und sexy Beinen, die ganz bereitgestellt sind.

00:36:24: Sehr hohe Pumps, so einen Stock.

00:36:28: Und die Füße in den hohen Pumps stehen auf dem Wort Berlin.

00:36:31: Oben steht Shiromi Haag, genau.

00:36:34: Also es ist ein Flyer oder Poster.

00:36:36: Das habe ich gefunden.

00:36:37: meiner Recherche.

00:36:38: Und zwar wollte ich eigentlich als Objekt heute ein Musikstück mitbringen.

00:36:44: Nämlich Rebel Rebel von David Bowie und damit eigentlich auch David Bowie preisen.

00:36:49: Aber in der Recherche zu Rebel Rebel bin ich auf den Berliner Club Che Romihack gekommen, den es zwischen nineteen vier und neunzehnhundert vier und achtzig gegeben hat und der benannt wurde nach seiner Besitzerin, nämlich Romihack.

00:37:05: Und Ich hatte gerade gesagt, eigentlich wollte ich David Bowie huldigen.

00:37:10: Ich bin Fan.

00:37:12: Ich finde, David Bowie ist ein total wichtiger Künstlerperson gewesen.

00:37:17: Auch deswegen, weil er Genderfluidity und Bisexualität thematisiert und sichtbar gemacht hat, schon in der Zeit, wo Homosexualität zum Beispiel noch unter Strafe stand, hat er queeren Menschen echt Mut gemacht, zu ihrer eigenen Sexualität zu stehen und sich zu outen.

00:37:33: Und auch etlichen queeren Künstlerinnen, also letztlich bis heute, im Pop den Weg so geebnet hat.

00:37:39: Also ihr seht, ich liebe David Bowie, aber David Bowie ist halt, den kennen wir ja alle, also den brauchen wir in dem Sinne keinen Denk mal hinstellen, weil er einfach, er ist das ja schon, aber dieser Einfluss, der queere Einfluss, der von diesem Club in Berlin ausging, Scher-Romi Haag, der ist halt nicht so vielen bekannt und deswegen möchte ich heute über Romi Haag ein bisschen was erzählen über das Objekt.

00:38:06: Sie ist eine niederländisch-deutsche Transfrau, Künstlerin, Performerin und die auch in seiner Berliner Zeit mit David Bowie liiert war, also die hatten eine Beziehung.

00:38:16: Vielleicht war sie sogar überhaupt der Grund, warum David Bowie in Berlin gelandet ist.

00:38:21: Darüber gibt es auf jeden Fall unter Zeitzeugenden Spekulationen oder zumindest wird es eigentlich so gedeutet.

00:38:28: Und sie, Romi Haak hatte diesen legendären Club in Schöneberg.

00:38:33: Du grinst so lustig, aber ich bin so gespannt, was du mir gleich erzählst.

00:38:36: Und in diesem Club in Schöneberg ging eigentlich so die Creme de la Creme, das Rock und Pop der Siebziger Jahre und Achtziger Jahre ein und aus.

00:38:44: Also da waren Leute wie Mick Jagger, logischerweise David Bowie, die Leute um Rocks in Music, Grace Jones, Freddie Mercury, to name a few.

00:38:52: Und das waren ja auch viel so gender-bendingen Peoples.

00:38:55: Aber es waren auch in Anführungsstrichen normalos da.

00:38:59: Stinos.

00:39:00: Ich sag zu normalem, sag ich immer, Stinos, das sind stinknormale Leute.

00:39:03: Ach

00:39:03: ja, okay, find ich auch nicht schlecht.

00:39:06: Und die Autorin und Publizistin und selbst auch Transfrau Nora Eckert, die hat auf queer.de an Romy Haag erinnert.

00:39:14: Nora Eckert war nämlich selber in diesem Club aktiv.

00:39:18: Sie war da gerade rumwirsten und hat Einlass gemacht und in ihrer Erinnerung ... Also diesen Artikel von ihr verlinken wir auf jeden Fall auch und auf dem Opening Flyer damals stand, das fand ich so geil.

00:39:31: Falls Ihre Wäsche mehr als hundertfünfundsiebzig Grad aushält, Sie von Vorurteilen frei sind, Transvestiten und Lebenskünstler lieben, dann ziehen Sie Ihre besten Klamotten an und kommen Sie zu

00:39:41: uns.

00:39:42: Sehr schön.

00:39:42: Also, Shiromi Hak war eine Disco, aber auch ein Performance Place und vor allem, das sagt Nora Eckert auch nochmal, auch ein Arbeitsplatz für Quere, Identitäten für Quere Menschen, auch ein Safe Space.

00:39:56: Und ein Ort, der auf jeden Fall einen Platz in der deutschen Transgeschichte verdient.

00:40:00: Und deswegen wollte ich heute unbedingt Rumi Haag hier auf den Sockelstellen und ihren coolen Club, der so klingt, als hätte er mir auch Spaß gemacht, wo definitiv viele meiner Freundinnen anzutreffen gewesen wären, während wir in den vierten Achtzig schon unterwegs gewesen.

00:40:21: Also, eigentlich ist es eine kleine Liebeserklärung, an die mir bis ... Kürzlich nicht bekannte Romy Haag, weil ich den Eindruck habe, dass sie einen sehr, sehr wichtigen, coolen Job gemacht hat.

00:40:31: Und trotzdem auch an David Bowie.

00:40:33: Jetzt kratzt gerade meinen Hund.

00:40:34: Ich glaube,

00:40:34: das hört man nicht.

00:40:35: Also, ich habe es ganz kurz gehört.

00:40:40: Also, ich kenne Nora Eckert sehr gut.

00:40:44: Wir arbeiten schon länger innerhalb der Community zusammen.

00:40:48: Und Nora Eckert hat mir auch viel von damals berichtet.

00:40:52: Und ich weiß jetzt nicht, wie dieser aktuelle Club heißt, wo das Chiromi-Hack damals drin war.

00:40:58: Aber ich weiß, dass die Garderobe das Einzige ist, was noch aus der damaligen Zeit so geblieben ist.

00:41:05: Das wurde dann irgendwie alles nochmal umgebaut.

00:41:07: Aber die Garderobe ist wohl noch so, wie es damals gewesen ist.

00:41:11: Und finde ich, das ist sehr spannend.

00:41:14: Und ich verrate dir jetzt auch den Grund, warum ich so am Grinsten bin.

00:41:17: Also für alle, die uns jetzt zuhören, dass sie ist nicht geplant.

00:41:21: Wir wissen nicht, was unser Gegenüber mitbringt.

00:41:23: Denn ich habe, wir kommen jetzt zu den Kulturempfehlungen, ich habe nämlich Romy Harks Buch mitgebracht.

00:41:29: Nein, das ist ja echt der

00:41:30: Tod.

00:41:32: Und zwar, weil ich, also ich bin glaube ich durch ihr Buch, bin ich so ein bisschen Fan von ihr geworden.

00:41:40: Und ich hatte sie auch mal angeschrieben.

00:41:43: Und um, ja, das war ich so wie so ein Fangirl irgendwie, wollte ich unbedingt mal mit ihr sprechen.

00:41:48: Das ist jetzt schon ein paar Jahre her.

00:41:50: Und weil ich ihre Geschichte so faszinierend finde, also ihren persönlichen Weg.

00:41:54: Und das Buch heißt, Eine Frau und mehr ist, das ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, ist, Ich war Riesenfan davon, weil ich habe mich einfach mit der Geschichte irgendwie auch identifiziert.

00:42:11: Romy Haak ist als Kind quasi das Elternhaus verlassen.

00:42:16: Ich glaube mit zwölf, dreizehn Jahren hat mit dreizehn schon in Hamburg irgendwie auf der Reeperbahn gearbeitet, so als im Bereich der Prostitution und so weiter.

00:42:26: Also ich fand das eine ganz... Bewegende Geschichte war im Elternhaus nie richtig akzeptiert, hat sich später irgendwann mit der Mutter, glaube ich, versöhnt.

00:42:36: Es ist eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich fand diese Geschichte sehr gut.

00:42:41: Und ich habe einen Artikel in der Tat gefunden, der dann auch dieses Chiromihake, also diesen Club gegründet hat und so.

00:42:49: der das so ein bisschen beschreibt.

00:42:52: und da wollte ich ein kurzes Zitat vorlesen.

00:42:54: Aus der Tat, Bundespräsident Walter Schell empfängt im Schloss Bellevue Kulturschaffende des Landes und die vermeintlich feine Gesellschaft Berlins rümpft die Nase, als Romy Haag den Saal betritt.

00:43:05: Eine Dame der Halbfeld, eine Nachtklubbesitzerin und dann auch noch transsexuell.

00:43:09: Also hier wird noch das Wort transsexuell benutzt.

00:43:12: Viele machen Platz oder drücken sich an die Wände, aus Angst, unfreiwillig mit ihr zusammen auf ein Foto zu geraten.

00:43:19: Crazy.

00:43:20: Und das zeigt so die Brisanz, wie verpönt erst mal das Nachtleben damals noch gewesen ist.

00:43:26: Und wie man Transpersonen so merkwürdig beäugt hat und so.

00:43:30: Und das war, in dem Jahr ist das Buch von Romy Haag erschienen.

00:43:35: Echt, das ist... Also so eine Reaktion hat sie in der Reaktion noch hervorgerufen.

00:43:39: Krass.

00:43:41: Und das zeigt so ein bisschen, in welcher gesellschaftlichen Situation Transpersonen sich bis damals immer noch bewegt haben.

00:43:49: Und in einigen Köpfen hat sich das ja bis heute auch noch nicht geändert.

00:43:53: Aber dass die Leute mit ihr vermeiden wollten, mit ihr irgendwie abgelichtet zu werden und so.

00:44:00: Und in dem Buch ist auch sehr ausführlich diese Romance mit David Bowie beschrieben.

00:44:07: Ich glaube, ich kann mich an eine Schlagzeile erinnern, dass gesagt wurde, David Bowies geliebte ist ein Mann oder irgendwie.

00:44:15: solche Schlagzeilen waren dann da.

00:44:19: Sie hat ihn wohl auf mehrere Konzerte begleitet und hat

00:44:23: zusammen gelebt auch.

00:44:24: Genau.

00:44:26: Also es ist ein ganz tolles Buch, was man sehr leicht auch lesen kann und sehr schön so die die persönliche Geschichte.

00:44:34: beschreibt.

00:44:35: Also es liest sich eigentlich fast auch schon wie so ein Roman, würde ich mal fast sagen.

00:44:39: Und kann ich auf jeden Fall nur empfehlen.

00:44:41: Klingt

00:44:41: super spannend.

00:44:42: Eine Frau und mehr, neunzeintneunzig Quadriga-Verlag.

00:44:46: Richtig cool.

00:44:47: Also damit sind wir ja sozusagen von dem Objekt automatisch übergegangen in den Kultur-Tipp.

00:44:52: Ich habe neben dem Artikel von Nora Eckert auf Queer.de auch noch ein Interview mit ihr gefunden.

00:45:00: Es ist schon ein paar jährchen alt mit einem... Englischsprachigen Berliner Interviewformat, das fand ich auch sehr gut, weil... Sie da selber auch noch mal erzählt und auch ein bisschen Sachen noch korrigiert, weil sie meinte, dass Sheromie Hart sei oft als Cabaret-Bord irgendwie in der Presse betitelt worden.

00:45:20: Es sei es aber gar nicht gewesen, es wäre letztlich, wäre es da um Performance-Kunst gegangen.

00:45:24: Und das Disco, die haben da richtig getanzt und Spaß gehabt.

00:45:28: Und dann gab es vierzig, fünfzig Minuten Performances und danach wurde wieder getanzt.

00:45:31: Und das war aber trotzdem auch ein total politischer Ort letztlich.

00:45:35: Das ist ja total lustig, dass wir beide... Diese

00:45:37: Situation haben wir uns nie irgendwie Gedanken machen.

00:45:40: dass das mal eintreten könnte.

00:45:42: Natürlich

00:45:42: nicht.

00:45:42: Ich

00:45:42: muss es noch mal betonen, das war nicht abgesprochen.

00:45:45: Ich glaube, das ist echt für alle hörbar.

00:45:49: Wir sind ja keine Schauspielerinnen.

00:45:51: Ich habe aber auch noch ein Kulturtipp.

00:45:52: Ich habe ein Film dabei, ein ganz, ganz, ganz tollen Film, den ich kürzlich gesehen habe.

00:45:57: Sworn Song, ein Film vom Regisseur Todd Stevens aus dem Jahr zwanzig, einundzwanzig und in der Hauptrolle der jüngst verstorbene, wunderbare, tolle Udo Kier.

00:46:09: Wahrscheinlich, würde ich sagen, in der Rolle seines Lebens.

00:46:12: Ich erzähle mal ganz kurz ein bisschen über den Inhalt des Films.

00:46:17: Der erzählt die Geschichte eines queeren, alternden Friseurs, Pat.

00:46:21: Pat Pizzenburger.

00:46:23: Und der faltet im Seniorenheim Servietten und erwartet eigentlich nichts mehr vom Leben.

00:46:28: Er wartet eher auf den Tod.

00:46:30: Und dann kommt eines Tages zu ihm ein Testamentverweiter einer ehemaligen Kundin und Freundin.

00:46:36: Und die hat einen Willen, die ... möchte für ihre Beerdigung von ihm und zwar nur von ihm frisiert und hergemacht werden.

00:46:44: Und erst will Pat nicht und dann macht er sich aber doch auf den Weg und büxt aus seinem Seniorenwohnheim aus und kehrt zurück in sein altes Leben, seinen alten Heimatort, so ein amerikanisches Small Town und besucht den Grabstein seines verstorbenen Lebensgefährten, kehrt in seine Vergangenheit als Drag-Performer zurück, trifft... Freundinnen aus der Zeit von damals lernt aber auch eine neue Generation von queeren Menschen kennen und findet überall diese Begegnungen und Erinnerungen und Empfindungen wieder zurück zu sich und letztlich auch irgendwie zurück in so eine Lebendigkeit.

00:47:21: Und das ist so ein schöner Film und Udo Kier spielt diese Rolle ohne viele Worte, also mit sehr viel Gesten und Blicken.

00:47:29: und trägt so einen grün-pastelligen Zwei-Teiler, das passt einfach alles.

00:47:34: Es ist so ein schöner Film und mal bringt er einen echt zum Lachen und mal bringt er einen den Tränen nah, weil es halt auch um Verletzungen und um Abschiede geht und auch um das Alter und das Ende des eigenen Lebens, aber auch die eigenen Werte und Zusammenhalt.

00:47:52: Ich bin wirklich Feuer und Flamme für diesen wunderschönen zärtlichen Film.

00:47:55: Der ist wie so eine kuschelige Decke, mit der man sich so zudecken kann und sich so ganz muckelig fühlt.

00:48:02: Also das ist mein heutiger Kulturtipp oder unsere beiden zusammengefasst.

00:48:06: Einmal das tolle Buch scheinbar von Romy Haak und hier dieser Film Sworn Song mit ... und auch irgendwie ein schöner Abschied von Udo Kier, weil er nun auch einfach eine Person war, die in der queeren Kulturproduktion eine extrem große Rolle gespielt hat, zwar oft in Nebenrollen und trotzdem irgendwie immer sehr präsent war in wirklich wichtigen Produktionen oder Outputs My Private Idaho.

00:48:33: nenne ich da mal, aber es gibt so viele Sachen.

00:48:35: Also er hat mit Madonna kollaboriert und so weiter und so fort.

00:48:38: Also er ist einfach immer eingestanden und war immer eine wichtige Figur in der Korean-Kultur-Produktion.

00:48:45: Freu ich mich drauf.

00:48:46: Schaue ich mir auf jeden Fall mal an.

00:48:48: Dankeschön.

00:48:49: Ja.

00:48:53: Wir kommen dem Ende unserer siebten Folge an Boxing Trans.

00:48:58: Und auch heute haben wir, glaube ich, einen Novum.

00:49:01: Weil normalerweise ist es ja so, dass du in unserer Rubrik Angstkatzen hässchen eigentlich die Themen im Gepäck hast.

00:49:08: Ach so, hast du jetzt was mitgebracht?

00:49:10: Aber

00:49:10: nur, ich hab für den Goldenen Blumen Strauß was.

00:49:13: Wir machen heute einfach zweimal was Positives und einmal ein Angstkatzenhäschen.

00:49:21: Wir wollen ja positiv abschließen, deshalb fangen wir mit dem Angstkatzenhäschen an.

00:49:25: Und zwar, ich hab gedacht, eigentlich könnte ich jede Woche irgendwie ein Angstkatzenhäschen verteilen.

00:49:33: Also gerade auch was so in den USA los ist, aber ich habe mir gedacht, wir schauen jetzt nochmal auf Deutschland und ich finde, dass diesmal das Magazin immer das Angstkatznäschen verdient hat.

00:49:46: Die haben jetzt nämlich einen ganz großen Artikel wieder oder einen Magazin mit dem Titelbild, der Trans Community gewidmet, hätte ich fast gesagt.

00:49:57: Die sind ja schon lange dabei, immer wieder Transpersonen, Transgeschichten negativ zu bewerten und haben jetzt auf dem Titelbild vier Personen abgebildet, die man als männliches mit männlichem Aussehen identifizieren würde und mit dem Schlagwort die neuen Frauen um... gegen das selbste Stimmungsgesetz zu herzen.

00:50:23: Da ist auch zum Beispiel diese rechtsextreme Person namens Liebig dabei, die dann auch ins Frauengefängnis sollte gehen wollte und so weiter.

00:50:31: Und das macht die Emma halt schon seit vielen Jahren immer wieder gegen das Transthema zu herzen, sehr populistisch mit Emotionen zu arbeiten und immer so Einzelmeinungen rauszupicken, ohne die wissenschaftliche Evidenz zu berücksichtigen und so weiter.

00:50:49: Es werden immer so ... Einzelpersonen rausgepickt, um das groß aufzubauschen.

00:50:54: Und

00:50:55: bedienen sich sogar in ihrer Verleumdungs- und Hetzerei eines Rechtsextremes.

00:51:00: Das finde ich so widerlich.

00:51:02: Ich habe das Cover nicht gesehen, aber ich glaube dir, ohne es zu verifizieren, dass das genau so aussieht.

00:51:09: Ich finde es richtig eklig.

00:51:10: Rechtsextremismus instrumentalisieren, um Feminismus damit zu rechtfertigen.

00:51:17: Ich finde, das ist so ein ganz ... Miser Move irgendwie.

00:51:22: Das

00:51:22: ist richtig düster.

00:51:24: Es zeigt mir auch so ein bisschen, wo die Emma mittlerweile gelandet ist.

00:51:26: Ich habe auch irgendwann mal recherchiert, das jetzt nicht jetzt, sondern habe festgestellt, dass das eines der Magazine ist, die in Deutschland den größten Auflagenrückgang haben.

00:51:39: Und wenn ich mir das anschaue, dann weiß man, glaube ich, auch warum.

00:51:42: Und die haben in der Vergangenheit, ich glaube, das war das Jahr zwanzig zwanzig, hatten die ein ganz großes dossier.

00:51:49: Wo fast nur Transthemen vorgekommen sind.

00:51:52: Oder beziehungsweise mehr so Antitransthemen.

00:51:55: Alice Schwarze hat ein eigenes Buch rausgebracht.

00:51:57: Das war ja auch der Grund, warum Janker Klug und ich einen Buch rausgegeben haben.

00:52:01: Ah,

00:52:01: okay, das wusste ich gar

00:52:02: nicht.

00:52:03: Um darauf eine Antwort zu liefern.

00:52:06: Mit sachlichen Inhalten und so weiter.

00:52:09: Und damit wir diesem Jahr Quatsch da mal was entgegensetzen.

00:52:14: Und ich finde ... weil es mittlerweile schon so eine jahrelange Tradition bei der MR hat.

00:52:21: Gegen das Transthemen zu hetzen, finde ich, dass die nicht nur eins, sondern vielleicht eine ganze Kiste voll Angstkatzenäschen verdient hat.

00:52:30: Ja,

00:52:30: klingt total so.

00:52:32: Dann passt es doch ganz gut, dass wir heute mit zwei Blumenstreußen dagegen halten.

00:52:35: Ja,

00:52:36: auf jeden Fall, genau.

00:52:40: Als Gold im Blumenstrauß habe ich heute das Netzwerk geschlechtliche Vielfalt aus NRW.

00:52:46: Es gibt ja in fast allen Bundesländern Transorganisationen, die so lokal auch Beratungen machen.

00:52:52: Es gibt Städte, die eine Transbratungsstelle begonnen haben.

00:52:59: Das Netzwerk geschlechtliche Vielfalt NRW ist ein Netzwerk, die beschreibt sich als Landesverband der lokalen und regionalen Transgruppen und Strukturen in ganz Nordrhein-Westfalen.

00:53:12: Und dem geben regelmäßig Publikationen raus und machen Beratungsarbeit, sind in verschiedenen kommunalen Prozessen immer wieder mal mit eingebunden, wenn es um Beratungsarbeit geht und so weiter.

00:53:26: Und die haben jetzt eine neue Broschüre rausgebracht.

00:53:30: Diese Broschüre nennt sich gut versorgt, Ausrufezeichen, Fragezeichen.

00:53:35: Es geht um ganzheitliche Nachsorge für Transitionsoperationen.

00:53:43: Und das ist so ein Thema, was wir, glaube ich, bisher, wozu es bisher, glaube ich, noch keine Publikationen gibt.

00:53:51: Und was Transinter- und nicht-binären Personen hilft, wie geht man mit Wundversorgung um, mit Narbenpflege und solche Sachen.

00:54:00: Und das wollte ich, glaube ich, der Trans Community noch mal ins Herz legen, dass diese Publikation jetzt frisch erschienen ist.

00:54:06: und weil das Netzwerk geschlecht wie Vielfalt in NRW.

00:54:10: Schon lange so gute Arbeit macht, dachte ich, dass die auf jeden Fall, und wir wollen ja auch Leute sichtbar machen, die sonst nicht so sichtbar sind, dachte ich, es wäre ganz gut, dass die dieses Mal unseren goldenen Blumenstrauß bekommen.

00:54:22: Ja, finde ich super.

00:54:23: Und ich habe aber auch sofort gerade gedacht, dass ich das ganz anschlussfähig finde zu dem Thema aus der Community von heute.

00:54:29: Vielleicht sollte genau dieser Organisation deine Idee vorgeschlagen werden von diesem...

00:54:34: Also dieser Notfallausweis, finde ich gut.

00:54:37: Könnte

00:54:38: man den ja mal pitchen.

00:54:39: Find ich eine gute Idee, ich denke mal darüber nach.

00:54:41: Okay,

00:54:41: meine gute News oder nein, wir nennen es ja den goldenen Blumenstrauß.

00:54:45: Der geht heute tatsächlich in die USA an eine Person, die wahrscheinlich in einer goldenen Badewanne badet.

00:54:53: Eine sehr reiche Person, eine US-amerikanische Milliardärin namens Mackenzie Scott, auch bekannt als Ex-Frau von dem Amazon-Typ.

00:55:03: Und die hat gerade von der Woche, also Anfang Januar, US-Dollar an das Trevor-Projekt gespendet.

00:55:11: Das ist eine Organisation, die sich in den USA für Quere Jugendliche einsetzt.

00:55:15: Ja, kenne ich.

00:55:16: Ich

00:55:17: finde, niemand sollte so reich sein.

00:55:19: Also ganz grundsätzlich.

00:55:20: Aber wenn man so viel Geld hat und die Realität ist es ja normal, dass es extrem viele Reiche gibt, dann ist das das einzig richtige, was diese Frau mit all der Kohle ... tun kann.

00:55:30: Das Travel-Projekt kennt ihr vielleicht noch.

00:55:32: Das hatten wir, glaube ich, auch in unserer Sonderfolge USA mal angerissen.

00:55:36: Das betreibt unter anderem so ein Krisentelefon für suizidgefährdete LGBTQI-Plus-Jugendliche.

00:55:43: Und der Organisationen wurden letztes Jahr, äh, twenty-fünf Millionen Dollar Förderung aus Bundesmitteln gestrichen.

00:55:49: Warum?

00:55:50: Ja, warum?

00:55:51: Weil die Trump-Regierung Suizid-Prävention und andere Angebote für queere Menschen ablehnt.

00:55:56: Dementsprechend ist ihre Förderung, also von forty-fünf Millionen US-Dollar, eine Spende, die tatsächlich auch lebensrettend ist.

00:56:04: Und ein superwichtiges Zeichen finde ich in dem Land, dass sich laut Lemkean-Institut ... aktuell in der frühen Phase eines Genozids gegen Transmenschen befindet.

00:56:13: Also, ich finde, das ist echt ein dicken Applaus.

00:56:16: Mindestens einen goldenen Blumen Straußwert.

00:56:20: Die Frau hat da echt was richtig gemacht.

00:56:22: Ich finde es total gut, dass sie ihre Sichtbarkeit nutzt, dafür auf dieses Thema hinzuweisen, menschlich bleibt und ihre Kohle in Sachen steckt, die empathiefördern und nicht hasst schön, wie es viele andere reiche Menschen machen.

00:56:36: Also Applaus für Sie.

00:56:38: Ja, vielen, vielen Dank.

00:56:39: Ich hatte sie mal auf dem Schirm, als sie sich davon mitbekommen hat, dass sie, ich glaube, die hat so eine Stiftung gegründet, um gezielt auch ihr Kapital, was sie da durch die Trennung von Jeff Bezos heißt ja, was sie da an Kapital hat, dass sie das auch sinnvoll einsetzen möchte.

00:56:58: und das hatte ich damals mal recherchiert und ich finde, das ist eine hochspannende Person.

00:57:03: wie sie versucht halt irgendwie Demokratien die Welt zu retten, durch dich mal fast sagen und sich da so stark einsetzt.

00:57:11: Und das ist nicht selbstverständlich, wenn Menschen so viel Geld haben.

00:57:16: Danke für diese ganz tollen goldenen Blumenstrauß.

00:57:20: Und danke für diese ganz tolle Folge.

00:57:22: Das war wirklich spannend.

00:57:23: Ich hatte richtig Spaß heute.

00:57:26: Und ja, ich freue mich dann auf das nächste Mal.

00:57:28: Danke an alle, die uns regelmäßig zuhören.

00:57:31: die uns unterstützen.

00:57:33: Und an dieser Stelle würde ich auch noch mal gerne den Steady Newsletter erwähnen.

00:57:38: Da könnt ihr alle Inhalte, die wir hier heute besprochen haben, mit zusätzlichen Features noch mal in einem Steady Newsletter nachlesen.

00:57:47: Und wenn ihr wollt, könnt ihr uns auch mit einer Mittelschaft unterstützen.

00:57:51: Da würden wir uns sehr freuen.

00:57:52: Das

00:57:52: stimmt, da würden wir uns sehr freuen.

00:57:53: Und ansonsten würde ich sagen, hört ihr uns in ziemlich genau vier Wochen wieder.

00:57:59: Und bis dahin passt gut auf euch auf.

00:58:01: Lasst euch von dieser leicht psychotischen Welt, die uns gerade umgibt, bloß nicht in den Wahnsinn treiben und bleibt im lokalen Aktiv, unterstützt euch untereinander.

00:58:12: oder gute Organisationen, seid politisch.

00:58:15: Da nutzt eure Stimme, wenn ihr irgendwie Zeug in von Scheiße werdet.

00:58:22: Diskriminierung zum Beispiel.

00:58:23: Und stay tuned.

00:58:25: Folge acht wird kommen.

00:58:26: Wir hören uns dann im Februar.

00:58:28: Bis dann.

00:58:29: Vielen Dank.

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